Erfolgreiche Gehaltserhöhung in Zeiten der Inflation

Gehaltserhöhung in der Infaltion

Der Leitfaden für Deine Gehaltserhöhung

Ist die Inflationsrate ein besonders gutes und zielführendes Argument für eine Gehaltsverhandlung? Oder gibt es eine bessere Herangehensweise, um ein erfolgreiches Gespräch zur Gehaltserhöhung zu führen?

Unsere Lebenshaltungskosten steigen derzeit wie seit Jahrzehnten nicht. So scheint es legitim und der richtige Zeitpunkt zu sein, auf Grund der hohen Inflation in Gehaltsverhandlungen mit dem Arbeitgeber zu gehen.

Der Inflationsausgleich

Grundsätzlich gilt, dass Du bei Deinen Gehaltsverhandlungen durchaus die Inflation berücksichtigen kannst und auch musst. Hierbei sprechen Experten von einem „Inflationsausgleich“, der unabhängig von einer tatsächlichen Gehaltserhöhung betrachtet wird.

Wenn Dein Einkommen nicht unter Berücksichtigung der Inflation steigt, führt das mittelfristig für Dich zu einem Kaufkraftverlust. So ist die Inflation ein legitimes Zusatz-Argument für die Forderung nach einer Gehaltserhöhung. Du solltest hierzu alle ein bis zwei Jahre in Gehaltsverhandlungen mit Deinem Arbeitgeber gehen, um einen zuverlässigen Inflationsausgleich zu erhalten. So vermeidest Du auf lange Sicht finanzielle Verluste in Form von versteckten, indirekten Gehaltskürzungen.

Als Hauptargument ist die Inflation für Dein Konzept und die Gespräche rund um Deine Gehaltserhöhung jedoch nicht sinnvoll.

Gegenargument des Arbeitgebers: Die Kosten

Auch die Unternehmen sind selbst derzeit mit den enorm steigenden Kosten, z.B.

  • den Einkaufspreisen für Rohmaterial, Werkzeuge, Dienstleistungen etc.
  • den Logistikkosten
  • den Energiekosten
  • den Personalkosten

konfrontiert und kämpfen mit den damit verbundenen Problemen diese aufzufangen.

Entsprechend würde Dein Arbeitgeber wahrscheinlich die Inflationsrate als Dein Hauptargument schneller entkräften, als Dir lieb ist. Einsparmaßnahmen zur Sicherung der Geschäftstätigkeit sowie der Erhalt von Arbeitsplätzen sind aus seiner Sicht schlagkräftige Gegenargumente für eine Gehaltserhöhung und nehmen Dir schnell den Wind aus den Segeln.

Baue Deine Gehaltsstrategie auf der Grundlage Deines persönlichen Mehrwerts für das Unternehmen auf!

Der Leitfaden für Dein erfolgreiches Gehaltsgespräch

  1. Wie sieht Dein Konzept aus?
  2. Hast Du das Gespräch im Vorfeld geübt?
  3. Wie stellst Du Dich während der Gehaltsverhandlung optimal auf?
  4. Monetäre oder nicht monetäre Leistungen – was zählt für Dich?
  5. Wie hoch kannst Du Dein Wunschgehalt ansetzen?
  6. Was tun, wenn die Verhandlungen nicht erfolgreich laufen?

#1 – Wie sieht Dein Konzept aus?

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Der erste Schritt liegt in der Zusammenstellung Deiner Vorstellungen und damit verbundenen überzeugenden Gründe für eine Gehaltserhöhung.

Konzentriere Dich dabei auf das für Dich Wesentliche – hier zählt Klasse statt Masse:

  • Was sind Deine Fähigkeiten und Leistungen, die Du bisher und zukünftig für den Erfolg des Unternehmens einbringst? Welche weiteren Ziele möchtest Du in der gemeinsamen Zusammenarbeit für das Unternehmen erreichen und wo hast Du gegebenenfalls in Dich gesetzte Erwartungen schon übertroffen?
  • Recherchiere bei anderen Unternehmen aus der Branche: Was bieten diese ihren Arbeitnehmern in einer vergleichbaren Position an? Ist Deine Bezahlung angemessen und branchenüblich?
  • Wo liegen Deine Prioritäten in der Verhandlung, was willst Du erreichen und zu welchen Kompromissen bist Du bereit?

Diese Grundlagen geben Dir Sicherheit, Selbstbewusstsein und starke Argumente für den Einstieg in Deine Gehaltsverhandlungen.

# 2 – Hast Du das Gespräch im Vorfeld geübt?

Die meisten Menschen empfinden das Gespräch über eine Gehaltserhöhung als unangenehm und nervenaufreibend. Damit Du souverän verhandeln kannst, ist es hilfreich in Rollenspielen mit Freunden und Familie das Gespräch zu üben – auch wenn es zunächst vielleicht ein komisches Gefühl ist. Doch damit kannst Du Dich gut auf mögliche Fragen und unterschiedliche Szenarien vorbereiten.

# 3 – Wie stellst Du Dich während der Gehaltsverhandlung optimal auf?

Deine Argumente sollen zeigen, dass Du neben der Gehaltserhöhung für Dich auch den Mehrwert für die gemeinsame erfolgreiche Zukunft beider Seiten im Blick hast. Zeige entschlossen und sachlich dem Gegenüber Deine Leistungen für das Unternehmen auf sowie dass Deine Gehaltsvorstellungen realistisch und angemessen sind.

Auch Dein Arbeitgeber ist daran interessiert, Dich als guten Mitarbeiter zu halten und weiterhin zu motivieren. Aber er wird natürlich auch seine Interessen vertreten und versuchen, Deine Gehaltserwartungen zu drücken.

Tipp: Verbinde Deine Argumente mit einem „Weil-Nebensatz“ : „Ich möchte eine Gehaltserhöhung, weil …“:

# 4 – Monetäre oder nicht monetäre Leistungen – was zählt für Dich?

Überdenke vor dem Gespräch auch, welche Angebote für Dich in Fragen kommen: Bist Du nur an einer Gehaltserhöhung in monetärer Form interessiert? Oder kommen für Dich auch geldwerte Zusatz-Leistungen, wie ein Firmenwagen, oder mehr Urlaub, ein Fortbildungsangebot, verkürzte Arbeitszeiten, … in Frage?

Einige dieser, für Dich attraktiven Alternativ-Vorschläge, solltest Du in der Hinterhand haben. Das kann Dir als Kompromiss weiterhelfen, wenn der monetär angebotene Spielraum begrenzt ist und diesbezügliche Verhandlungen ins Stocken geraten.

# 5 – Wie hoch kannst Du Dein Wunschgehalt ansetzen?

Irgendwann kommt im Verhandlungsgespräch der Zeitpunkt, in dem Du aufgefordert wirst, eine konkrete gewünschte Summe zu nennen – Dein Arbeitgeber wird Dir wahrscheinlich von sich aus keinen Gehaltsvorschlag präsentiert. Daher solltest Du Dir bereits über eine Zahl Gedanken gemacht haben, diese überzeugt benennen und argumentieren können.

Berücksichtige immer, dass sich Dein Gehaltsvorschlag in einem realistischen Rahmen bewegt. Unangemessen hohe Gehaltsvorschläge lassen Dich unglaubwürdig wirken und vermitteln dem Gegenüber, dass Du Dich nicht selbst einschätzen kannst und nicht im Sinne des Unternehmens positionierst.

Du kennst Deinen Wert, den Du z.B. über Gehälter aus offenen Stellen in Deiner Position und Branche recherchiert hast. Du hast im Hinterkopf, was Du in Deiner aktuellen Position für das Unternehmen geleistet hast und kannst Dein Qualifikationsniveau genau einschätzen.

Lege Dir hieraus Deine persönliche Wunschgehälter fest:

  • Das Mindestgehalt, unter dem Du Dich mit dem Gedanken der Kündigung trägst.
  • Das Wunsch-Gehalt, das Deine Forderungen erfüllt und Dich zufrieden macht.
  • Das „WOW-Gehalt“, das alle Erwartungen übertrifft.

# 6 – Was tun, wenn die Verhandlungen nicht erfolgreich laufen?

Es kann auch passieren, dass sich der Arbeitgeber allen Argumenten widersetzt und eine Gehaltserhöhung kategorisch ablehnt. Lass Dich dadurch nicht irritieren und in eine Rechtfertigung drängen. Erkundige Dich klar und ohne Emotionen, was von Dir erwartet wird und wie Du eine Erhöhung erzielen kannst.

In der Folge solltest Du zunächst erneut das Gespräch suchen. Sollte dies wiederum nicht erfolgreich sein und Deine Gehaltswünsche auf taube Ohren stoßen, stärke Deinen Selbstwert und befasse Dich auch mit dem Gedanken, das Unternehmen zu wechseln.

Gerne begleite und berate ich Dich auf dem Weg zu Deinem Traumjob – ruf mich einfach an oder schreibe mir eine Mail!

Dein Christoph

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